Borreliose
Shownotes
Borreliose ist in der Pferdewelt ein viel diskutiertes Krankheitsbild. Dabei beginnt die Schwierigkeit schon bei der Diagnose: Borrelien können sehr unterschiedliche und unspezifische Symptome verursachen – gleichzeitig sind klinische Erkrankungen beim Pferd vergleichsweise selten. Ein positiver Antikörpertest zeigt zunächst lediglich, dass das Pferd irgendwann Kontakt mit dem Erreger hatte. Er beweist weder eine aktuelle Infektion noch, dass bestehende Beschwerden tatsächlich durch Borrelien verursacht werden.
In dieser Folge erklären Professor Karsten Feige und Dr. Frederik Heun von der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wie Borrelien durch Zecken übertragen werden und warum der Faktor Zeit dabei eine entscheidende Rolle spielt. Sitzt eine Zecke weniger als zwölf Stunden am Pferd, gilt eine Übertragung nach den Erläuterungen im Gespräch als sehr unwahrscheinlich; zwischen 16 und 24 Stunden steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit. Der Grund dafür liegt in einem faszinierenden Mechanismus: Erst während der Blutmahlzeit wandern die Borrelien aus dem Darm der Zecke in deren Speicheldrüse und verändern dabei ihre Oberflächenstruktur.
Ausführlich geht es um die schwierige Diagnostik der Borreliose. Welche Aussagekraft haben Antikörpertests? Was verraten unterschiedliche Oberflächenantigene über den Zeitpunkt einer Infektion? Und warum müssen zunächst andere, wahrscheinlichere Ursachen für Lahmheiten, Leistungsabfall oder neurologische Symptome ausgeschlossen werden? Die Experten erklären das „Vier-Säulen-Modell“ der Diagnostik und zeigen, weshalb ein Laborbefund niemals isoliert betrachtet werden sollte.
Auch der Einsatz von Antibiotika wird kritisch beleuchtet. Behandelt werden sollte nicht allein aufgrund eines positiven Antikörpertests, sondern bei einer nachgewiesenen Erkrankung oder einem entsprechend erhärteten klinischen Verdacht. Unnötige Antibiotikagaben können Nebenwirkungen verursachen und die Entstehung von Resistenzen fördern.
Außerdem richtet die Folge den Blick auf andere durch Zecken übertragene Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem Anaplasmose, FSME und Piroplasmose. Gerade die Anaplasmose wird bei Pferden regelmäßig beobachtet und kann unter anderem hohes Fieber, Ödeme an den Gliedmaßen und punktförmige Einblutungen hervorrufen. Die Experten berichten zudem, dass sich Vektoren und die von ihnen übertragenen Erkrankungen zunehmend weiter nach Norden ausbreiten.
Und schließlich geht es um die Frage, was Pferdehalter selbst tun können. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist erstaunlich einfach: Zecken regelmäßig suchen und möglichst früh entfernen. Auch Repellentien und die Möglichkeiten einer Impfung werden eingeordnet.
Eine Folge über ein Krankheitsbild, bei dem vor allem eines wichtig ist: Borrelienkontakt, Infektion und tatsächliche Borreliose sind nicht dasselbe. Und genau diese Unterscheidung kann Pferde vor unnötiger Behandlung schützen und helfen, die wirkliche Ursache ihrer Beschwerden zu finden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Pferdegesundheit, ein Podcast der Gesellschaft für Pferdemedizin.
00:00:05: Über eine Million Pferde leben in Deutschland.
00:00:08: Ihre tägliche Versorgung und die Sorge um sie stehen im Mittelpunkt.
00:00:12: Und man spürt sofort – wenn etwas nicht stimmt!
00:00:16: Folge forty-three Borreliose.
00:00:20: Grundsätzlich muss man davon ausgehen dass der Erreger recht lange in einem Pferdo überleben kann.
00:00:25: das hat ja auch diese Infektionsstudie an den Ponys gezeigt, die Erreger können bis zu neun Monate lebend in dem Pferd vorhanden sein.
00:00:35: Was denke ich dafür spricht?
00:00:36: Dass eine chronische Infektion auf jeden Fall möglich ist!
00:00:40: Professor Kastenfeige ist Leiter der Pferdeklinik der tierzlichen Hochschule in Hannover und Ehrenpräsidenter Gesellschaft für Pferdemedizin.
00:00:48: Mein Name ist Ina Tens und heute sprechen wir über eine Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird.
00:00:54: Es geht um Boriliose.
00:00:56: Es wird in der Reiterwelt ja viel diskutiert über dieses Krankheitsbild, es ist eine unterschätzte Gefahr oder vielleicht auch eine überdiagnostizierte Erkrankung.
00:01:05: Wir beleuchten dieses Thema heute ausführlich und bei uns ist dafür heute auch Dr.
00:01:09: Friedrich Röhn herzlich willkommen!
00:01:11: Vielen Dank, dass Sie heute wieder da sind und dass wir zusammen einen Podcast aufnehmen.
00:01:16: Ich nehme die Gelegenheit gerne wahr um Ihnen hier noch mal vorzustellen.
00:01:20: Frederik Reun ist seit vielen Jahren bei uns als Internist.
00:01:23: Er hat eine Residenzie durchlaufen und ist Diplomat des European College of Equine Internal Medicine und arbeitet hier natürlich hauptsächlich als Internists aber auch wissenschaftlich tätig.
00:01:38: Er hat sich auseinandergesetzt mit der Boreliose, vor allen Dingen dem Krankheitsbild, der Diagnostik und allem was wir heute besprechen wollen.
00:01:46: Herzlich willkommen!
00:01:48: Ja vielen Dank an Sie beide für die erneute Einladung zu diesem Podcast.
00:01:51: ich freue mich sehr hierzu sein und über ein ja doch sehr viel und kontrovers diskutiertes Krankheits Bild die Borellose mit Ihnen sprechen zu dürfen.
00:01:58: Dann starte ich doch mal mit einer ganz profahen Frage zu Beginn Was genau ist Borelliose?
00:02:04: Ja, und die Frage klingt leicht ist aber denke ich doch schon recht vielschichtig.
00:02:07: Weil grundsätzlich beschreibt die Boreliose würde ich sagen ... Die klinische Erkrankung, die durch eine Infektion mit Borellien entsprechend ausgelöst wird, wird auch Leimborelios genannt.
00:02:22: Und bei den Bakterien handelt es sich um bewegliche Bakterie, die typischerweise über Zecken übertragen werden also jetzt nicht direkt von Pferd zu Pferdd unspezifische Symptome auslösen können.
00:02:36: Sodass halt oft die Diagnose einer Boriliose eine große Herausforderung ist, aber da kommen wir ja wahrscheinlich später drauf.
00:02:43: Boriliouse wird durch Zeckenbisse verursacht und übertragen.
00:02:48: Früher gab es vor allem Infektionen in Süddeutschland, aber lässt sich das noch eingerinzen?
00:02:54: So schwarz-weiß kann man das eigentlich nicht mehr sagen.
00:02:57: Grundsätzlich ist es so, dass zum einen ganz Deutschland Zeckengebiet ist.
00:03:02: Träger der Gemeinde Holzbock kommt in ganz Deutschland vor.
00:03:07: Es gab eine Untersuchung auch hier von unserer Hochschule, der Parasitologie.
00:03:12: die haben zum Beispiel gezeigt dass hier in Norddeutschland ca.
00:03:15: dreißig Prozent der Zeckenträger des Boreliosebakteriums sind und das zeigt auch der Erreger kommt definitiv hier in Deutschland vor.
00:03:26: Eine andere Untersuchungen hat gezeigt dass die Seroprävalenz bei Pferden nicht signifikant unterschiedlich zwischen Süd- und Norddeutschland ist.
00:03:35: Das waren dreinundzwanzig Prozent im Süden, siebzehn Prozent im Norden.
00:03:39: D.h.,
00:03:40: eine doch relevante Anzahl von Pferden haben zumindest mal Kontakt zu diesen Bakterien gehabt?
00:03:46: Wir müssen vielleicht Seroprevalenz kurz erläutern.
00:03:49: Eigentlich haben Sie es schon gemacht oder können Sie es noch kurz erläutern?
00:03:51: Genau letztendlich zeigt die Seroprevivalenz an, dass ein Pferd Antikörper gegen dieses Bakterium gebildet hat d.h.
00:03:59: das Bakterum war in der Vergangenheit, in den letzten Monaten, Wochen oder Jahren mal im Kontakt mit dem Pferd.
00:04:08: Das beweist keine Erkrankung und auch keine
00:04:10: Infektion.".
00:04:11: Was ist ein ganz entscheidender Punkt, der uns sicherlich so im Laufe des Podcasts noch begleiten wird?
00:04:16: Antigen-Kontakt also Kontakt mit einem Bakterium heißt nicht zwingend dass eine Infektionen ein vollständigen Krankheitsbild durchlaufen worden ist.
00:04:27: Ich glaube, jeder Pferdebesitzer hat schon mal eine Zecke am Pferd entdeckt vor allen Dingen natürlich jetzt in den Sommermonaten.
00:04:35: Wie lange muss eine Zecke fest sitzen bevor diese Borillen freigegeben werden?
00:04:41: Man geht davon aus dass solange die Zecke unter zwölf Stunden am Pherd ist Die Situation eigentlich recht sicher ist.
00:04:48: das eigentlich keine Übertragung der Bakterien auf das Pferд möglich ist.
00:04:53: Zwischen sechzehn und vierundzwanzig Stunden Kontakt zwischen Zecke und Pferd führt zu einer erhöhten Übertragungswahrscheinlichkeit.
00:05:01: Und das Ganze liegt daran, dass in der nüchternden Zecke die Bakterien also die Borellien im Darm leben und während des Saug-Akts oder des Bluttrinkens wandern diese Bakterie dann in die Speicheldrüse der Zecke und können erst dann übertragen werden.
00:05:16: Das erklärt auch diesen Zeitverzug absuchen beziehungsweise entfernen von Zecken, denn gewissen Schutz bieten kann.
00:05:25: Was mich immer wieder fasziniert auf einem Vortrag ist das präsentiert worden im was Herr Heun gerade sagt die Borelien innerhalb die Leben im Darm der Zecke.
00:05:35: und in dem Moment wo die Zecce auf ein Pferd aufsitzt und mehr oder weniger mit der Blutmahlzeit beginnt dann wandern diese Borelin also die Bakterien in der Zekke in die Speicheldrüse Und die verändern sich dann, sie verändern ihre Oberfläche.
00:05:52: Da kommen wir vielleicht gleich noch zur Diagnostik dazu.
00:05:55: und diese Veränderung der Oberflächen erlaubt es erst dass die Zecke überhaupt oder das diese Borrelien überhaupt erst virulent werden also eine Infektion verursachen können.
00:06:07: Das ist so ein Oberflächenantigen.
00:06:09: ich habe mir das gemerkt das heißt OSPA Mehr oder weniger durch die Blutmahlzeit, die Zecke warm wird.
00:06:17: Dann ändert sich das.
00:06:18: Das wird dann zum OSPC und dieses kann jetzt endlich im Wert die Infektion verursachen.
00:06:25: Das ist was Herr Reun gerade schon gesagt hat.
00:06:27: ich finde das ein phänomenalen Mechanismus.
00:06:30: Ich hätte nie gedacht dass Borilien mich faszinieren werden irgendwann mal.
00:06:34: aber das ist wieder so einen Punkt wo ich denke wow also wie viel es noch und erforscht beziehungsweise.
00:06:42: Wir faszinieren, das ist wie Lebewesen, Bakterien ums Überleben kämpfen...
00:06:46: Genau was die für Mechanismen entwickeln.
00:06:48: Und ich glaube da kommen wir nachher auch bei der Diagnostik noch mal drauf zu sprechen.
00:06:52: Total spannend!
00:06:53: Sie haben mich gleich jetzt schon wieder hier.
00:06:55: Boreliose.
00:06:57: Woran merke ich als Pferdebesitzerin?
00:07:00: dass etwas nicht stimmt?
00:07:01: Und dass mein Pferd womöglich an Boriliose erkrankt sein könnte?
00:07:04: Grundsätzlich ist es eine sehr schwere Frage, die für den Tiatz ja nicht deutlich zu beantworten ist weil So vielschichtig die Symptome sein können, so selten ist dann am Ende doch die klinische Erkrankung.
00:07:15: Das bedeutet eine Boreliose kann grundsätzlich eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen.
00:07:21: Nur üblicherweise werden diese Symptom eher durch andere Erkränkungen hervorgerufen.
00:07:25: Was kann also vorkommen?
00:07:26: Es gibt unspezifische Symptomme der Borelose wie z.B.
00:07:30: Steivheit, Matigkeit, Leistungsabfall oder vielleicht auch Verhaltensänderung.
00:07:35: nur Ferde, die diese Symtome zeigen haben in der Regel andere Erkrankungen.
00:07:39: Und die Boreliose ist nur eine eher unwahrscheinliche Differenzialdiagnose, also eine mögliche Erkrankung, die die Symptome erklärt, die aber deutlich unwahrscheinlicher ist als andere Erkrankung.
00:07:52: Wo oft an Borelose gedacht wird sind zum Beispiel Larmheiten weil die Borylose Entzündung der Gelenkshaut und der Gelengskapsel verursachen kann.
00:08:04: Etwas spezifischere Symptome können hier auch zum Beispiel im Rahmen der Neuroboriliose auftreten.
00:08:09: Das ist an einer Infektion der Hirnhäute und des Gehirns, wo es dann zu neurologischen Ausfallerscheinungen bei den Patienten kommen kann.
00:08:18: Grundsätzlich ist das ein sehr seltenes aber schwerwiegendes Krankheitsbild oder Krankheitsformen der Boriliose.
00:08:24: Und die Pferde können dann Symptomen haben wie Attaxi, Schwäche, Muskelschwund, Schluckstörungen nur ... um das Beispiel Ataxi jetzt einmal rauszugreifen.
00:08:34: Die meisten Pferde, die eine Ataxie haben, die haben sicher keine Neuroborreliose sondern andere Ursachen.
00:08:40: Sie können infektiös oder nicht infektios sein.
00:08:43: Es ist grundsätzlich deshalb anhand der klinischen Symptome eigentlich nie zu sagen dieses Pferd ist verdächtig für Neuroboreliose oder für eine andere Form der Borreliosse.
00:08:54: Da gilt dann das Ausschlussprinzip, oder wie kommen Sie dem auf die Schläche?
00:08:58: Das ist diese Neuroborreliose vergleichbar mit dieser FS.
00:09:01: FSME-Nein ist ja nicht... Komm wir vielleicht gleich noch drauf zu sprechen, dass es was anderes ...
00:09:06: Weil Gehirn denke ich immer gleich.
00:09:09: Gerade auch von Zecken oder von Vektoren übertragende Erkrankungen können natürlich... da gibt's verschiedene Erkranke, um die das Gehirnen betreffen können und zum Beispiel das FSME ist eine Option, die neurologische Symptome auslösen kann.
00:09:23: Aber man muss auch an klassische Erkrankungen wie Herbisviren oder so was denken.
00:09:27: Das ist alles schon etwas wahrscheinlicher als die Neuroborreliose?
00:09:31: Wenn wir noch mal zurück zur Borreliase an sich kommen beim Menschen ... Ist das sicherlich das häufigste Krankheitsbild im Zusammenhang mit Borrelieninfektionen, ist das Erythem, also die Rotfarbung, das ist das Häufigste beim Pferd?
00:09:45: Grundsätzlich geht man davon aus, dass gleiche ... Prozesse beim Pferd ablaufen.
00:09:49: nur aufgrund des Fels und der dunklen Haut sieht man die eben nicht.
00:09:51: Das heißt, in der Frühphase hat man erstmal eine lokale Besiedelung und zentrifugale Ausbreitung vom Ursprung oder von der Lokalisation des Zeckenstichs Und bei Menschen fällt das natürlich sofort auf.
00:10:05: Nur Pferde, die klinisch erkranken.
00:10:07: Wir fallen in der Regel erst viel später auf, nachdem man eine systemische Verbreitung des Erregers hat.
00:10:13: Die Pferde können dann unspezifische Symptome auch wie Fieber-Abgeschlagenheit haben oder je nach fallendem Organ, wenn es das Gehirn befällt die neuroborreliose.
00:10:22: Die
00:10:22: Borrillen verbreiten sich über das Lymphsystem oder über die Blutbahnen?
00:10:26: Wie treten sie ihre Reise durch den Körper an?
00:10:29: Grundsätzlich leben die Erreger im Gewebe Und können an der lokalen Stelle sich im Bindegewebe ausbreiten.
00:10:36: Die Verbreitung im Körper zu anderen Organen kann entweder über die Lümpfe und in der Folge auch Hematogen, also über die Blutbahnerfolgen.
00:10:45: Aber es ist möglich, dass die Borrelien entlang der Nerven Richtung zentrales Nervensystem, Rückenmark oder Gehirn wandern.
00:10:53: Da gibt's viele Möglichkeiten der Ausbreitung.
00:10:56: Da können verschiedene Organe befallen werden.
00:10:59: Ein wichtiger Punkt ... zumindest beschrieben ist und auch klinisch relevant sein kann, dass auch das Auge, das Innere des Auges erreicht werden kann.
00:11:08: Dann können Symptome auftreten, die sind eigentlich zum Verwechseln ähnlich mit der der periodischen Augenentzündung also der equinrezedivierenden UVitis, die wir ja doch recht regelmäßig in Deutschland sehen.
00:11:19: Meistens von Leptospieren ausgelöst aber in seltenen Fällen möglicherweise durch Borrelien.
00:11:24: Also
00:11:24: die Beschreibung allein macht dieses Krankheitsbild so schwer fassbar und so komplex.
00:11:29: Nach der Infektion kann praktisch jedes Organsystem irgendwie betroffen sein.
00:11:35: Und dementsprechend ist bei komplexen oder unspezifischen Krankheitsbildern, wird diese Verdachtstiagnose deborliose relativ häufig geäußert.
00:11:44: und wir haben gerade schon gesagt hat gar nicht zwingend zu Recht.
00:11:48: Häufig sind es eben andere Erkrankungen die tatsächlich ursächlich sind.
00:11:52: Das sind wir wieder bei der Nadel im Heuhauschen.
00:11:54: Erinnern Sie sich an einen Fall hier in der THIHO wo sie erst andere Erkrankungen vordergründig in Verdacht hatten, wo aber am Ende dann doch die Diagnose Borileose oder Erreger eben die Borilienauslöser waren.
00:12:08: Grundsätzlich hatten wir bei zwei Pferden die neurologische Symptome hatten an die ich mich jetzt erinnern kann den sehr naheliegenden Verdacht das hier eine Neuroborileose vorliegt.
00:12:21: Grundsätzlich ist es allerdings so, es hat viel darauf hingewiesen.
00:12:24: Dass die Borreliose vorliegt nur abschließend beweisen konnten wir es leider nicht.
00:12:28: später wenn wir über die Diagnostik sprechen kommen vielleicht noch dazu.
00:12:32: man muss es schaffen den Erreger wirklich nachzuweisen und wenn der in den Hirnhäuten oder im Gehirn sitzt.
00:12:37: beim lebenden Pferd wollen wir natürlich keine Probe von diesen kritischen Strukturen nehmen.
00:12:41: an einen anderen Patienten erinnere ich mich noch Der wurde mit Larmheit vorgestellt hatte eine Polyarthritis also eine Entzündung mehrerer Gelenke.
00:12:50: Wenn ich mich recht erinnere, konnte da mittels Biopsin der Verdacht auf Borrelien in diesem Gelenk erhärtet werden.
00:12:58: Aber letztendlich, wenn man die Jahre zurückdenkt ist das sehr selten dass am Ende die Erkrankung wirklich auf eine Borreliose zurückzuführen ist.
00:13:07: Wenn man das dann hochrechnet über viele Jahre, zwei Patienten wo wir annähernd sicher sind aber keinen Beweis haben.
00:13:14: Ich glaube das stellt die Relation Krankheitshäufigkeit und Verdachtsdiagnose gut dar also insgesamt wirklich ausgesprochen selten zu beweisen und vielleicht können wir gleich auf die Diagnostik eingehen.
00:13:29: Es fängt bei der Probenennahme an.
00:13:31: wenn es nicht möglich ist Proben zu entnehmen, ist die Diagnostik schon schwierig?
00:13:35: Wenn wir zum Beispiel neben das Nervensystem betroffen haben können wir nicht aus dem Nervenystem entsprechende Proben entnehmen.
00:13:45: Die eine sichere Diagnostic-Alaubengelenkflüssigkeit kann man nehmen.
00:13:49: Gelenkkapsel ist schon wieder schwieriger.
00:13:51: also da sind insgesamt es sehr herausfordernd die allein die Probengewinnung mit den hoffentlich Enthaltenden Borrelien durchzuführen.
00:14:01: Aber selbst wenn man das überwunden hat, geht es ja noch weiter mit der Schwierigkeit.
00:14:05: Also ich meine ... Wenn wir's in die Labor geben.
00:14:08: und dann zur weiteren Diagnostik was macht der Labordiagnostiker?
00:14:12: Das ist auch nicht ohne!
00:14:14: Genau erstmal der wichtige Punkt, der gerade von Professor Feige schon betont wurde, dass wird dieses Viersäulenmodell der Diagnastik von der Klinik über Laborddiagnostika bis hin zum direkten Erregernachweis ablaufen müssen.
00:14:27: zusätzlich muss natürlich auch eine relevante Zeckenexposition bei dem Pferdklausibel sein.
00:14:32: Das heißt, man sollte jetzt nicht bei verdächtigen Symptomen direkt die Probe aus dem Gelenk ins Auge fassen, sondern erst einmal abprüfen, passt die Klinik überhaupt zu den Symptom?
00:14:45: Hat das Pferde die Chance in der relevanten Zeit Kontakt zur Zecken gehabt zu haben?
00:14:50: und als allererstes ist es wichtig dass man alle anderen möglichen Ursachen ausschließt.
00:14:55: Bei neurologischen Symptomen sollte erst einmal auf Herbisvirus und so weiter getestet werden.
00:14:59: Und bei Lamenpferden sollte natürlich erstmal die Lameinsdiagnostik mit Bildgebungen und entsprechend möglicherweise Laboranalysen auf andere Erreger durchgeführt werden.
00:15:13: Nachdem wir jetzt entsprechend den Erhärteten verdacht haben, starten wir dann erst einmal in der Regel Antikörper Suchtest.
00:15:22: Das heißt, wir wollen erst mal beweisen hat dieser Patient der typische Symptome hat überhaupt Kontakt zu Borellien gehabt.
00:15:28: da können wir dann zum Beispiel Tests wie Eliza oder Imlohnfloreszenz-Antikörpertest nutzen.
00:15:33: Der sagt uns erstmal das Pferd hat Antikörper gegen Borellen und damit ist es möglich dass die Erkrankung durch diese Borelian entstanden ist.
00:15:43: Und der nächste Schritt ist dann zu beweisen.
00:15:46: Welche Art von Antiköpper liegen hier vor?
00:15:49: Und weisen diese Antikörpertypen auf eine ältere Infektion oder Erregerkontakt hin, weisen die vielleicht auf eine Impfung hin?
00:15:56: Oder deuten sie auf eine aktive Infektionen.
00:16:00: Da wird das relevant, was Prof.
00:16:01: Feige Eingangs schon sagte.
00:16:04: Der Erregar, die Bakterien können ihre Oberflächen, Antigene, also die Hülle modifizieren abhängig davon, ob Sie in der Zecke im Darm leben.
00:16:13: Da wäre es dann dieses Ops A. oder das Obst C, wenn sie quasi in der Frühphase der Infektionen sind.
00:16:21: Und dann noch das Obß F, wenn Sie entsprechend in einer chronischen oder persistenten Form im Körper vorliegen.
00:16:28: Das heißt sich da ja quasi eingenistet haben.
00:16:31: und indem wir dann entsprechend versuchen nachzuweisen Antikörper gegen welche dieser Oberflächenform hat das Pferd denn?
00:16:39: Können wir halt auch Rückschlüsse ziehen.
00:16:41: die Antikörper gegen Obst-C sind vorhanden.
00:16:43: das heißt wahrscheinlich ist in den letzten Wochen bis Monaten hier eine Infektion von Statten gegangen.
00:16:50: Wenn wir das Ops F finden, ist es von einer eher chronischeren Infektionen auszugehen und wenn das Obs A vorhanden ist ... Das deutet in der Regel darauf hin dass das Pferd geimpft wurde weil wie ihr Eingangs schon erwähnt haben diese Bakterien das OBS A auf ihrer Oberfläche nur im Darm der Zecke
00:17:09: d.h.,
00:17:09: das Pfärd sollte im Normalfall gar keine Antikörper gegenbilden.
00:17:14: Interessanten Fakt-Einwerfen.
00:17:16: Ich weiß nicht, ob Sie das auch erzählen wollten?
00:17:18: Das ist eine ganz elegante Impfung ... Ja
00:17:21: genau, sich das wollte ich erzählen, aber erzählen Sie es jetzt!
00:17:25: Durch diese Impfung bildet das Pferd Antikörper gegen das Oberflächenprotein Ups A, was ja nur im Darm der Zecke vorkommt.
00:17:33: und in dem Moment, wo die Zecke dann ihre Blutmahlzeit beginnt, nimmt sie auch die Antikörpe auf Bevor es in die Speicheldrüse einwandert und dann überhaupt das Pferd befällt.
00:17:47: Jetzt hab ich's endlich verstanden, warum die Impfung gut ist und wozu sie gut ist wie sie wirkt.
00:17:53: Toll erklärt!
00:17:54: Spannend...
00:17:54: Ja, ist ja auch eine ganz elegante Sache eigentlich.
00:17:56: Bekämpft man das Bakterium schon in der Zecke?
00:17:59: Genial!
00:18:00: Man impft das Pfärd und die Zecke impft sich im Prinzip selbst oder bekämpft sich durch die Blutaufnahme des Blutes selbst.
00:18:10: Nicht die Zecke sondern die bekämmt das Bakterium in ihr
00:18:13: Schon fast heimtückisch.
00:18:15: Ja, danke.
00:18:16: Aber
00:18:17: sehr gut!
00:18:18: Was macht eigentlich ein Pferd zum Herdenhelden?
00:18:21: Ganz einfach – aktive Prävention.
00:18:23: Zum Beispiel mit einem gültigen Impfschutz gegen das equine Herpesvirus.
00:18:27: Denn jedes gegen EHV-Geimpftepferd schützt nicht nur sich selbst sondern trägt auch zum Schutz der gesamten Herde bei.
00:18:34: Deshalb hat Soetus die Initiative Hashtag Herdenelden ins Leben gerufen.
00:18:39: Geimpfte Pferde erhalten einen Herdenherdenorden für die Boxentür Als sichtbares Zeichen ihres Beitrags zum Schutz der Herde.
00:18:46: Jetzt beim Tierarzt-Nachfragen, mehr unter zoetis.de.
00:18:51: slash herdenhelden.
00:18:53: Gibt es typische Fehler, die bei der Interpretation von Laborbefunden gemacht werden?
00:18:58: Also grundsätzlich ist oft der Fehler schon vor der Labordiagnostik, indem man von diesem typischen Viersäulenmodell abweicht, dass man sagt, die klinischen Symptome sind typisch.
00:19:11: Es gab die Zeckenexpositionen und andere Ursachen sind ausgeschlossen.
00:19:16: Erst dann kommt ja die Labordiagnostik, wenn einer dieser Schritte übersprungen wurde oder man bei einem klinisch gesunden fährt zum Beispiel einfach mal ein Labortest auf Borellien macht und der Anti-Körper ist positiv das Fert hat Boreliose.
00:19:28: Da ist der größte Fallstrick, dass entsprechend hier Laborwerte, die positiv ausfallen mit einer Erkrankung gleichgesetzt werden.
00:19:41: Es ist insgesamt sogar noch schwerer.
00:19:43: Und zwar muss nicht nur zwischen positiven Labor-Ergebnissen und Infektionen unterschieden werden,
00:19:50: d.h.,
00:19:51: dass das Labor eigentlich nur sagt, das Pferd hatte irgendwann mal Erregerkontakt.
00:19:55: Die Infektion ist die nächste Stufe.
00:19:57: Hier hat es eine Vermehrung des Bakteriums im Tier gegeben.
00:20:02: Das ist aber noch keine Erkrankungen, weil es gab z.B.
00:20:05: auch experimentelle Studien aus den USA.
00:20:07: da haben die infizierte Zecken an Ponys gesetzt.
00:20:11: Die Ponys wurden infiziert und da konnte man bis zu neun Monate später auch noch diese Erreger im Tier nachweisen.
00:20:16: Aber die Pferde sind gar nicht krank geworden, sie sind komplett gesund geblieben und das zeigt der Nachweis der Erkrankung ist eigentlich das Relevante.
00:20:24: Hat das Pferd die Symptome, die es hat wirklich wegen diesen Bakterien oder hat's vielleicht eine Lameit aufgrund einem anderen Problem?
00:20:31: Und hatte zufällig mal Kontakt zu Burellien!
00:20:33: Das ist der große Fallstrick, der oft schwer zu argumentieren ist.
00:20:40: Aber ich denke, da müssen wir als Tierärzte einfach gut darauf hinarbeiten und auch in dem Besitzeraufklärung darauf hinarbeiten, dass nicht jeder positive Laborwert direkt eine Erkrankung beweist.
00:20:53: Weil wir wollen ja auch unnötige Antibiotika-Gaben verhindern und vielleicht im Idealfall dann auch die echte zugrunden liegende Erkrankung diagnostizieren auf einen positiven Bluttest fokussieren.
00:21:06: Das
00:21:06: beantwortet schon ein bisschen die Frage nach den Therapien, also wenn der Verdacht im Raum steht wird dann auch prophylaktisch mit Antibiotika behandelt oder sagt man naja da sind wir erstmal vorsichtig erst wenn wirklich alle Maßnahmen in grünerer Haken hinter ist dann greifen wir zum Antibiatikum.
00:21:26: Grundsätzlich sollten wir Antibiotika nur einsetzen wenn wir die Erkrankung auch bewiesen haben danken Verdacht haben, dass diese Erkrankung vorliegt.
00:21:37: Das bedeutet oder wie auch anfangs ja schon erwähnt zum Beispiel im Fall der Neuroborreliose kann es sein das man am lebenden fährt die Erkrankung gar nicht sicher nachweisen kann weil die Bakterien leben im Gewebe im Gehirn oder den Hirnhäuten.
00:21:51: natürlich wollen wir das Fert bei einem starken Verdacht trotzdem behandeln und dann macht es auch Sinn bei einem erhärteten Verdacht wenn alles darauf hindeutet ein Antibiotikum zu geben Nur was wir auf gar keinen Fall machen sollten, ist jedes Pferd mit einem positiven Antikörpertest aus einem Labor.
00:22:06: Was aber ansonsten klinisch unauffällig ist, mit Antibiotikern zu behandeln.
00:22:11: Weil jedes Antibiatikum kann Nebenwirkungen mit sich bringen, kann auch Resistenzen bei anderen Bakterien fördern und deshalb ist es ganz kritisch das immer gründlich zur Hinterfragen und nur bei einer exakten Indikation also bei einem sehr naheliegenden Verdacht auch das Antibiotikum anzuwenden.
00:22:28: Können wir vielleicht noch hinweisen auf die Antibiotikumleitlinien, die wir haben.
00:22:33: Es ist allgemeiner politisch auf Konsens mittlerweile dass wir Antibiotika reduzieren um Resistenzbildungen zu reduzieren, weil wir den One Health Gedanken, den man mittlerweile hat.
00:22:47: Also Mensch, Tier, Umwelt – wenn man das gleichermaßen gesund halten will dann ist es unbedingt zu vermeiden dass man Resistenzentwicklungen von Bakterien hat und dazu gehört unbedingt, dass man Antibiotika so weit wie möglich reduziert.
00:23:03: Das heißt die werden nur in begründeten Fällen eingesetzt.
00:23:06: Das geben die Antibiatikumleitlinien auch vor Und deshalb ist das vielleicht derzeit anders als das noch vor zehn oder zwanzig Jahren war, dass man Antibiotika mehr prophylaktisch eingesetzt hat.
00:23:21: Das machen wir eigentlich nicht mehr, sondern nur dann wenn keine Probengewinnung möglich ist und kein andere Bakteriennachweis möglich ist.
00:23:36: häufig wird gefordert, auch lebensbedrohlich erkrankt sind.
00:23:38: Dann gibt man Antibiotika ohne den Keim nachgewiesen zu haben und das wäre hier mehr oder weniger die Begründung dafür warum man das nicht einfach mal so aus vorsorglichen Gründen gibt.
00:23:52: Ich denke jeder Pferdebesitzer ist alarmiert oder zumindest aufmerksam wenn eine Zecke am Pferd sitzt.
00:23:59: Das gilt auch für Hundebesitzerinnen und Besitzer Weil bei mir fallen dann gleich Begriffe ein.
00:24:04: Also ich hab einen langharigen Hund, da ist natürlich schon manchmal ne Zecke im Fell unterwegs und dann denke ich immer, ehrlich Hose, babesie Hose... Anaplasmose all diese anderen Erkrankungen die auch durch Zecken übertragen werden können und vielleicht sogar noch schlimmer Krankheitsbilder erzeugen.
00:24:22: Gibt es das auch bei Pferden?
00:24:24: Also werden andere Krankheiten durch Zeckendisse übertragen.
00:24:28: An der Stelle können wir vielleicht tatsächlich einen Exkurs machen zu anderen Erkrankungen, die wir auch mehr und mehr beobachten.
00:24:36: Wo man vielleicht so ganz allgemein sagen muss diese Infektionserkrankungen durch Zecken oder Mücken übertragen werden also sogenannte Vektor-Übertragende Erkankungen oder durch Vektoren übertragenden Erkorken sehen wir häufiger.
00:24:51: Man begründet das damit dass die aufgrund der milden Winter, Die sind zeitlich länger aktiv, also mehr in die Herbst- und Wintermonate hinein.
00:25:04: Und fangen auch im Frühjahr schon wieder an, aktiv zu werden.
00:25:08: Und können die Winter besser überstehen.
00:25:11: So dass man insgesamt eine größere Exposition der Tiere hat, die Krankheiten übertragen.
00:25:18: Deswegen sehen wir die häufiger und noch dazu ist die Ausbreitung zunehmend stärker.
00:25:23: Das heißt, wir haben vorhin von Zecken von Borrelien-infizierten Zecken gesprochen in Süddeutschland oder vermehrt in Südsdeutsche Land.
00:25:34: Das hat sich deutlich nach Norden hin bewegt und genauso gilt das für andere Wecktrohren, die wir ja früher eher in Südeuropa gefunden haben.
00:25:48: Die haben die Alpengrenze überschritten und breiten sich in Deutschland aus.
00:25:53: Wir haben gerade gesprochen von FSME Also Frühsommer Mendingo Encephalitis, ein beim Menschen ganz bekanntes Krankheitsbild mittlerweile.
00:26:03: Vor allen Dingen in Süddeutschland.
00:26:04: viele Menschen sind geimpft vor allem in Hochrisiko-Gebieten und Diese Risikogebiete sind für Menschen, kann man sagen es ist das Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen und denen sehen sie aber nach Norden aus.
00:26:20: Also wenn wir die letzten vier fünf Jahre anschauen dann sehen wir da eine deutliche Wanderung nach Nordern und die gleichen Risikogubite gelten natürlich auch für das Pferd.
00:26:31: also das sind die gleichen Überträger und deswegen müssen wir mit diesen ja bisher fast unbekannten Erkrankungen.
00:26:40: Mittlerweile auch beim Pferd reichen.
00:26:42: FSME, das haben wir gerade angesprochen da gibt es Fallbeschreibung einzelne Fallbescheidungen aus Deutschland Österreich der Schweiz und nach werde krank werden können zwar immer nur geringdeartige Krankheitssymptome neurologische Symptome also Nervenausfallerscheinungen entwickeln aber sie werden in jedem fall krank.
00:27:03: deswegen muss man das grade wenn man an Borreliose Denkt auch mit Führen, dass so etwas wie FSME auftreten kann.
00:27:13: Und wenn Sie gerade Anaplasmose genannt haben das ist eine bakterielle Infektionskrankheit die wir im Verhältnis viel häufiger und schon viel länger sehen, die aber bei Tierbesitzern häufig gar nicht so präsent ist.
00:27:29: Die denken viel eher an Borreliose als an Anaplasmose.
00:27:36: doch regelmäßig, oder bekommen wir vor allen Dingen in dem Frühjahr und im Herbst immer wieder Pferde vorgestellt.
00:27:42: Was sind da genau die Symptome?
00:27:44: Die werden in der Regel vorgestellt mit hohem Fieber, dicken Gliedmaßen also ödematisierten Beinen haben die häufig so pettechale Blutungen.
00:27:55: Also das heißt, wenn man das Zahnfleisch anschaut findet man da rot gefärbte Einblutungen.
00:28:03: müssen wir vielleicht gar nicht so jetzt in Detail auf das Krankheitsbild eingehen?
00:28:07: aber eine Erkrankung, die häufiger vorkommt vor allen Dingen auch im Gespräch ist als Begleitinfektion zur Borelose und was wir häufig als Boreliose interpretieren, ist vermutlich eine gemeinschaftliche Infektion von Borelien und Anaplasmen.
00:28:25: Und ich glaube in unserem Vorgespräch hatten sie gesagt, ehrlich Jose!
00:28:30: So hieß die Erkrankung früher, einer beim Menschen auch so bezeichnete Erkankung gewesen.
00:28:36: Die Ehrlich-Jose und die Bakteologen haben das Bakterium unbenannt und seither heißt es beim Pferd Anaplasmose und die wird ausgelöst durch das Bakterium.
00:28:49: Das heißt, Anaplasma fargozitophila.
00:28:53: Dann bleibt noch die Hundemalaria ... Ah!
00:28:56: Ja?
00:28:56: Barbysiose ist da der Fachgegriff.
00:28:59: Dieser Begriff Hundemalaria, ja den er ist bekannt ich glaube bei vielen Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern Und das Krankheitsbild oder die medizinische Bezeichnung wäre die Pyrroplasmose Und da gilt das Gleiche, was ich vorhin schon gesagt habe.
00:29:17: Dass sich die Erkrankung auch nach Norden hin ausbreitet.
00:29:21: Wir sehen die Erkrankungen häufig bei Pferden, die aus Südeuropa also Italien, Spanien oder Frankreich importiert werden.
00:29:30: Das ist eine... durch Zecken übertragende Erkrankung.
00:29:35: Und der Krankheitserreger sind Parasiten, das sind entweder Barbäsien oder Tilerien.
00:29:42: Ein bisschen merkwürdig von der Begrifflichkeit.
00:29:45: Die Krankheit heißt pyroplasmosa und die wird verursacht durch Barbäsie oder Tilarien.
00:29:50: aber so ist es.
00:29:52: Die sehen wir hier tatsächlich hin- und wieder
00:29:55: auch
00:29:56: bei Pferden, die keine Reise an einem Nese haben oder keinen Import.
00:30:01: Geschichte.
00:30:02: Und wir gehen davon aus, dass die Zecken, die hier leben mittlerweile
00:30:07: auch
00:30:08: infiziert sind und die Erkrankung übertragen können.
00:30:11: Auch da gilt ... Da haben wir Mitteldeutschland, da sind Zeckenarten.
00:30:16: also das ist der klassische Holzbock, der gerade schon erwähnt worden ist Exodes Rizinos oder die Schildsäcke, oder Dermacentor heißt eine weitere Form, die auch die Pyrroplasmose überträgt.
00:30:28: Auch damit muss man rechnen ist ein etwas anderes Krankheitsbild hochfieberhaft und dann eben mit einer Gelbsucht in der Regel verbunden, Kohligähnliche Symptome Fieberzittern schwitzen also eine schwere allgemeine Erkrankung In Einzelfällen immer wieder sehen und mit der wir rechnen.
00:30:47: Und auch wahrscheinlich in Zukunft mehr rechnern
00:30:50: müssen.".
00:30:51: Ja, spannend dass wir so sensibilisiert werden was diese kleinen Beasts da, ich sag's mal Salop anrichten können.
00:30:58: gibt es denn Verläufe wo eine Boreliose chronisch werden kann oder auch tödlich ist?
00:31:04: Grundsätzlich muss man davon ausgehen das der Erreger recht lange in einem Pferd überleben kann.
00:31:11: Infektionsstudie an den Ponys gezeigt.
00:31:14: Die Erreger können bis zu neun Monate lebend in dem Pferd vorhanden sein, was denke ich dafür spricht?
00:31:20: Dass eine chronische Infektion auf jeden Fall möglich ist.
00:31:24: jetzt kommt natürlich wieder die Frage is auch die klinischer Erkrankung chronisch möglich?
00:31:30: Grundsätzlich sind Krankheitsverläufe über mehrere Wochen bis Monate möglich zum Beispiel bei der Neuroboreliose.
00:31:37: wenn es so Nervenausfällen kommt kann es sein, dass die Pferde entsprechend sich über viele Monate zunehmend verschlechtern.
00:31:46: Und das denke ich ist der typische Bild einer chronischen Infektion.
00:31:49: Die Prognose ist trotzdem grundsätzlich bei einer chronisch-klinischen Erkrankung eher vorsichtig bis schlecht.
00:31:57: Das heißt, viele Pferden sind dann trotz adäquater Therapie nicht mehr gut zu retten und glücklicherweise erkranken viele Pherde, die eine Infektionen erfahren ja gar nicht klinisch so, Die Häufigkeit der klinischen Infektionen oft gar nicht auffällt.
00:32:11: Was können Pferdebesitzer tun, um das Risiko zu vermeiden?
00:32:14: Ich mein klar nach Zecken suchen.
00:32:15: aber bei Hunden zum Beispiel gibt es ja Spot-on Präparate die man auf das Fell aufgibt oder auch Tabletten die im Grunde Zecken abtöken sobald sie anfangen Blut zu saugen.
00:32:28: Gibt es da auch etwas für Pferden oder ist das noch gar nicht entwickelt oder relevant?
00:32:33: Also solche sogenannten Repälenzien abtöten oder die Besiedelung verhindern sollen, sind beim Pferd auf jeden Fall untersucht und auch potenziell wirksam.
00:32:44: Es ist aber noch nicht so in der breiten Anwendung angekommen.
00:32:47: D.h.,
00:32:47: da gibt es noch nicht die gut erprobten kommerziellen Präparate zumindest aus meiner Erfahrung.
00:32:53: Kenne ich da einzelne Studien?
00:32:55: Aber ich habe es selber in der klinischen Anwendungen noch nicht gesehen.
00:32:59: Ich weiß nicht ob da Ihre Erfahrung anders ist.
00:33:01: Ja das sind ... unsere Kollegen in der Praxis, die das anwenden.
00:33:04: Und ich denke, der Rat sollte schon sein dass gerade in Gebieten wo sehr viel Zeckenbefall beobachtet wird auf einzelnen Pferde, die in Weidehaltung gehalten werden wie häufig draußen sind auch Tag und Nacht draußen sind, wo man immer wieder Zecken sieht da ist es durchaus sinnvoll mit solchen Präparaten zu arbeiten.
00:33:24: Der Nachteil ist sie sind halt immer nur über einige Stunden bergsam Größenordnung vier bis acht vielleicht auch mal etwas länger.
00:33:33: Das heißt, man muss das relativ häufig wiederholen und der Nachteil ist dann natürlich dass es erstens zeitaufwendig das zu machen und natürlich auch kostenaufwändig.
00:33:42: Was können denn jetzt die Pferdebesitzerinnen und Besitzer tun um das Risiko zu reduzieren?
00:33:48: Also grundsätzlich ist das effektivste an die regelmäßige Zeckenkontrolle auf der sicheren Seite ist man denke ich wenn man zweimal täglich das fährt auf Zecken überprüft oder zumindest einmal täglich nach dem beide Gang Der Zeckenbefall in der Box ist ja dann doch nahezu ausgeschlossen, eben aufgrund dieser verzögerten Übertragung der Bakterien auf das Pferd.
00:34:08: Natürlich sind auch Repälenzchen beschrieben die zum Beispiel Permetrien enthalten und die dann ähnlich wie beim Hund verhindern dass die Zecken entsprechend das Pherd befallen.
00:34:19: Das ist aber in der Pferdepraxis jetzt noch nicht so verbreitet wie beim Hund wäre aber eine zusätzliche Option.
00:34:25: Vielleicht müssen wir auch noch eingehen, weil wir gerade schon die Impfung angesprochen haben.
00:34:29: Gegen die Borreliose war über viele Jahre ein Impfstoff auf dem Markt der auch eingesetzt worden ist aber eben nicht so häufig wie sich das die Hersteller gewünscht haben.
00:34:39: deswegen ist er nicht mehr verfügbar Der war zugelassen und es ist exakt der gleiche Impfstoff, der für den Hund zugelassend ist.
00:34:47: Das heißt also wenn Tierbesitzer große Sorge haben und ihre Tiere impfen lassen möchten dann können sie auf dem Impfstoff vom Hund sicher zurückgreifen.
00:34:57: und das Wirkprinzip haben wir ja gerade schon gesprochen ein ganz elegant hergestellter sehr moderner Impfstoff der auch einen entsprechenden Schutz bietet.
00:35:07: aber wie gesagt es gibt von der ständigen Impfkommission diesbezüglich keine Echte Empfehlung der Impfung, weil die Erkrankung insgesamt sehr selten ist und dann auch nicht so schwerwiegend verläuft dass man Pferde immer dagegen schützen sollte.
00:35:23: Also deshalb nur unter ganz besonderen Bedingungen wäre die Impfung eine Option.
00:35:28: Ich habe heute viel gelernt über das Diffuse-Ungstthema Borillose wie genau man es eingrenzen kann und auch dann letztendlich behandelt oder ja in der Diagnostik genau versucht zu erkennen, woran es jetzt letztendly also es fährt erkrankt ist.
00:35:45: Auch wenn Borilien im Körper sind bedeutet das nicht automatisch dass eine Boriliose vorliegt.
00:35:50: ganz herzlichen Dank für diese Einblicke für die Insights
00:35:55: Ja, auch von meiner Seite aus natürlich vielen Dank.
00:35:57: Frau Tenz, dass Sie da waren und Sie natürlich erheuen für die super Vorbereitung und die Präsentation hier.
00:36:03: Ich denke wir haben unseren Hörern vielleicht einige Informationen geliefert, die in der Praxis anwendbar sind?
00:36:09: Und an dieser Stelle wie gesagt herzlichen Dank.
00:36:12: bis dann!
00:36:13: Vielen Dank!
00:36:13: Danke auch!
00:36:14: Ein falscher Tritt ein Sturz oder einen Tritt auf der Weide eine Fraktur beim Pferd ist immer ein medizinischer Notfall Doch dank moderner Chirurgie können heute viele Knochenbrüche erfolgreich behandelt werden, die früher als aussichtslos galten.
00:36:28: Wann eine Operation möglich ist?
00:36:30: Welche Faktoren über die Heilung entscheiden und wie die Rehabilitation
00:36:34: aussieht
00:36:35: – darüber sprechen wir in der nächsten Folge!
00:36:37: Bis dahin empfehlen Sie uns gern weiter und schicken uns auch Ihre Themenwünsche.
00:36:42: Einfach per Mail
00:36:43: an podcastatgpm-vet.de.
00:36:46: Geschrieben.
00:36:47: Podcast at GPM
00:36:49: minus
00:36:49: VET punkt.de.
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